Onko-Talk NRW
Podiumsdiksussion (v.l.): Moderatorin Sarah Majorczyk, Prof. Michael Hallek, Ina Brandes (MdL), Prof. Martin Schuler – Bild: Thies Schöning, CIO Köln
Der „Onko-Talk NRW“ ist eine neue gemeinsame Veranstaltungsreihe des Westdeutschen Tumorzentrums der Universitätsmedizin Essen (WTZ Essen) und des Centrums für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln (CIO Köln) in Kooperation mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Reihe macht sichtbar, wofür das NCT West steht: exzellente Krebsforschung, enge Verzahnung von Klinik und Wissenschaft und eine verbindliche Patientenbeteiligung.
Das dialogorientierte Format richtet sich vor allem an Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie Teilnehmende aus Klinik, Forschung, Selbsthilfe, Krankenkassen und Pharmaindustrie. 2025 startete mit zwei Veranstaltungen zu Aspekten der Patientenbeteiligung: „Warum ist Krebsforschung für Patienten wichtig?“ und „Vom Patienten zum Profi: Können Betroffene die Krebsforschung wirklich voranbringen?“. Beide Veranstaltungen stellten die Bedeutung translationaler Forschung und die aktive Rolle von Patientinnen und Patienten als Partner in der onkologischen Forschung in den Mittelpunkt.
Der dritte Onko-Talk NRW fand am 19. Januar 2025 im CIO Köln statt und stand unter dem Motto „Forschungsdurchbrüche aus Nordrhein-Westfalen, die die Onkologie verändert haben“. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beeindruckt von dem leidenschaftlichen Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Othman Al-Sawaf, der mit einer internationalen Studie zur chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) erstmals zeigen konnte, dass eine zeitlich begrenzte, einjährige Therapie einer Dauerbehandlung gleichwertig ist – ein Ergebnis mit unmittelbaren Auswirkungen auf internationale Therapiestandards.
Weitere Fortschritte präsentierte Prof. Dr. Peter Borchmann, Leiter der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG), der weltweit größten akademischen Forschungsgruppe zum Hodgkin-Lymphom.. Er zeigte, wie langfristig angelegte akademische Studien nicht nur exzellente Überlebensraten ermöglichen, sondern zunehmend auch Lebensqualität und Spätfolgen systematisch berücksichtigen.
Die Perspektive der Patientinnen und Patienten war erneut integraler Bestandteil des Formates: Eindrückliche Erfahrungsberichte, unter anderem zur CAR-T-Zelltherapie, verdeutlichten den konkreten Nutzen innovativer Forschung und die Bedeutung spezialisierter, vertrauensvoller Versorgungsstrukturen. Der Anspruch des NCT, Forschung und Versorgung eng zu verzahnen, wurde dabei unmittelbar sichtbar.
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes unterstrich in der Podiumsdiskussion mit Prof. Martin Schuler und Prof. Dr. Michael Hallek die strategische Bedeutung der onkologischen Spitzenforschung für den Wissenschaftsstandort NRW und versicherte, dass das Land mit seiner Forschungspolitik, diese vorhandene Stärken konsequent ausbauen wolle.
Der Onko-Talk NRW findet abwechselnd in Köln und Essen statt und wird inhaltlich hauptsächlich von ExpertInnen und PatientInnen des gastgebenden Standortes getragen. Das Talk-Format verbindet wissenschaftliche Exzellenz, klinische Anwendung und Patientenbeteiligung informativ und unterhaltsam miteinander – die starke Präsenz der Politik wird von den Teilnehmenden dabei als besonders wertschätzend empfunden. Für das NCT West und seine Träger ist das Format mehr als eine Veranstaltungsreihe: Es ist ein Instrument, um Forschung transparent zu machen, Vertrauen zu stärken und den Dialog mit der Öffentlichkeit aktiv zu gestalten.