Brücke zwischen Forschung und Therapie: Arindam Ghosh baut neue Nachwuchsgruppe am NCT WERA auf
Arindam Ghosh, Ph.D., leitet die neu gegründete Junior Research Group „Target Screening and Immunoreceptor Engineering“ am NCT WERA. Bild: Jörg Fuchs
Dr. Ghosh, was hat Sie motiviert, nach Deutschland zurückzukehren, statt Ihre Karriere in Sydney fortzusetzen?
Ich habe in Deutschland promoviert und anschließend auch als Postdoctoral Research Scientist am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gearbeitet. Dadurch kenne ich das wissenschaftliche Umfeld hier sehr gut. Am Ende habe ich mich deshalb entschieden, meine berufliche Laufbahn in Deutschland fortzusetzen.
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Ihrem Profil gibt es viele mögliche Positionen. Was hat Sie persönlich motiviert, sich auf diese Stelle am NCT WERA zu bewerben?
Diese Position steht für ein relativ neues Konzept in der klinischen Forschung und bietet großes Potenzial, Grundlagenforschung und klinische Forschung enger zusammenzubringen. Außerdem profitiere ich von einem starken wissenschaftlichen und klinischen Umfeld mit erfahrenen Immunologinnen und Immunologen sowie von der sehr guten Infrastruktur am NCT.
Welche Erfahrungen haben Sie am besten auf diese Leitungsfunktion vorbereitet?
Die Zusammenarbeit mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen – sowohl in Forschungsprojekten als auch in größeren Kooperationen – hat mich gut auf diese Aufgabe vorbereitet. Zusätzlich haben meine Lehrerfahrung und der Austausch mit Studierenden meine Fähigkeiten in der Betreuung und Leitung eines Teams gestärkt.
Was bedeutet Ihre neue Rolle als Leiter der Nachwuchsgruppe Target Screening and Immunoreceptor Engineering für das NCT WERA?
Am NCT WERA werden viele klinische Studien in enger Zusammenarbeit mit den Partnerkliniken durchgeführt. Meine Gruppe wird dazu beitragen, indem wir mithilfe moderner Mikroskopieverfahren untersuchen, wie neue Therapien Krebszellen auf molekularer Ebene beeinflussen.
Welche Prioritäten setzen Sie im ersten Jahr?
Meine erste Aufgabe ist der Aufbau der Forschungsgruppe. Das braucht Zeit. Parallel dazu richte ich das Labor ein und statte es mit der notwendigen Infrastruktur aus. Unser Ziel im ersten Jahr ist es, die ersten Experimente erfolgreich zu starten und die Gruppe so aufzustellen, dass sie ihre Forschung eigenständig durchführen kann.
Welche Herausforderungen erwarten Sie beim Aufbau und der Leitung einer neuen Forschungsgruppe?
Eine der größten Herausforderungen wird sein, talentierte und motivierte Teammitglieder zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es, ein starkes wissenschaftliches Netzwerk aufzubauen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen zu fördern, damit sich die Gruppe erfolgreich entwickeln kann.
Sie haben bereits erwähnt, dass Sie Teammitglieder suchen. Wen genau suchen Sie und welche Qualifikationen sollten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen?
Wir suchen derzeit eine Postdoktorandin oder einen Postdoktoranden sowie eine Doktorandin oder einen Doktoranden. Bewerberinnen und Bewerber sollten Kenntnisse in Krebsbiologie oder Immunologie mitbringen und sich für neue therapeutische Ansätze interessieren. Der Hintergrund kann sowohl klinisch als auch biophysikalisch sein, da unsere Projekte stark interdisziplinär ausgerichtet sind.
Interessierte können sich bei Fragen gern an arindam.ghosh@nct-wera.de wenden.
Sie sind beim DKFZ angestellt und arbeiten gleichzeitig im Umfeld des NCT WERA. Wie werden Sie in die Strukturen am Standort eingebunden?
Als Mitarbeiter des DKFZ am NCT WERA werde ich über ein strukturiertes Onboarding-Programm sowie über verschiedene Austauschformate mit Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Institutionen eingebunden. Diese Maßnahmen werden derzeit aufgebaut und sollen Forschende an den verschiedenen Partnerstandorten miteinander vernetzen. Für meine Arbeit wird insbesondere die enge Zusammenarbeit mit klinischen Forschenden der WERA-Partnerinstitutionen wichtig sein, da wir so molekulare Analysen mit laufender klinischer Forschung verbinden können.
Auf welche Forschungsthemen möchten Sie sich in den kommenden sechs Jahren im Bereich Target Screening und Immunrezeptor-Engineering konzentrieren?
An den WERA-Partnerkliniken laufen derzeit mehrere klinische Studien zum Multiplen Myelom. Diese Studien bieten einen interessanten Kontext für unsere Forschung. Mithilfe moderner Mikroskopieverfahren wollen wir untersuchen, wie neue Therapien Krebszellen auf molekularer Ebene beeinflussen. Erkenntnisse aus diesen Analysen könnten auch Impulse für zukünftige Forschung zu soliden Tumoren liefern.
Blick nach vorn
Mit dem Aufbau seiner Nachwuchsgruppe beginnt für Arindam Ghosh eine neue Phase seiner Arbeit am NCT WERA. Mit seinem Hintergrund in der Biophysik, internationaler Forschungserfahrung und klaren wissenschaftlichen Zielen baut er in Würzburg eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe auf.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Forschenden und klinischen Partnern am NCT soll seine Arbeit dazu beitragen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schneller in neue Therapien für Patientinnen und Patienten zu überführen.
Die Inside-Redaktion dankt Arindam Ghosh für das Gespräch und wünscht ihm und seinem zukünftigen Team einen erfolgreichen Start am NCT WERA in Würzburg.